Kaufberatung
Ein Orientteppich ist eine Investition fürs Leben. Hier erfahren Sie, worauf Sie bei Auswahl und Kauf achten sollten.
#Qualität erkennen
Drehen Sie den Teppich um und betrachten Sie die Rückseite: Bei einem hochwertigen handgeknüpften Teppich ist das Muster dort klar erkennbar, und die einzelnen Knoten sind sichtbar. Je feiner und gleichmäßiger die Knoten, desto höher die Qualität. Streichen Sie über den Flor — gute Wolle fühlt sich geschmeidig an, nicht kratzig oder trocken. Achten Sie auch auf die Regelmäßigkeit der Kanten und Fransen: Maschinell angenähte Fransen deuten auf industrielle Fertigung hin.
#Handgeknüpft vs. maschinell
Ein handgeknüpfter Orientteppich ist ein Unikat mit leichten Unregelmäßigkeiten, die seinen Charme ausmachen. Maschinell gefertigte Teppiche sind zwar günstiger, aber gleichförmig und weniger langlebig. Handgeknüpfte Teppiche gewinnen mit den Jahren an Patina und können bei guter Pflege über Generationen halten — viele steigen sogar im Wert. Ein einfacher Test: Biegen Sie den Teppich nach hinten und schauen Sie zwischen die Reihen. Bei Handknüpfung sehen Sie einzelne Knoten um die Kettfäden, bei Maschinenware durchgehende Schlaufen.
#Die richtige Größe
Messen Sie den gewünschten Bereich vor dem Kauf genau aus. Im Wohnzimmer sollte der Teppich groß genug sein, damit die vorderen Beine der Sitzmöbel darauf stehen. Im Esszimmer planen Sie mindestens 60 cm Überstand zu jeder Seite des Tisches ein, damit Stühle auch beim Zurückschieben auf dem Teppich bleiben. Gängige Standardmaße reichen von 60 × 90 cm (Brücke) über 200 × 300 cm (Wohnzimmer) bis zu Übergrößen von 400 × 600 cm und darüber.
#Farbwahl und Raumgestaltung

Foto: Morgenland Teppiche
Ein Orientteppich kann der Mittelpunkt eines Raumes sein oder als dezenter Akzent wirken. Warme Rottöne und Erdfarben passen hervorragend zu klassischen Einrichtungen, während gedeckte Pastelltöne (typisch für Ziegler und Vintage-Stile) moderne Räume bereichern. Bedenken Sie die Lichtverhältnisse: Dunkle Teppiche wirken in hellen Räumen besonders edel, während helle Teppiche kleinen Räumen optisch mehr Weite verleihen.
#Preisfaktoren
Der Preis eines Orientteppichs wird von mehreren Faktoren bestimmt: Material (Seide ist teurer als Wolle), Knotendichte (mehr Knoten bedeuten mehr Arbeitsstunden), Herkunft (persische Manufakturteppiche liegen über afghanischen Nomadenteppichen), Alter und Zustand. Ein einfacher handgeknüpfter Teppich beginnt bei wenigen hundert Euro, während seltene Sammlerstücke aus Isfahan oder Ghom fünfstellige Beträge erreichen. Entscheidend ist das Verhältnis von Qualität zu Preis — vergleichen Sie ähnliche Stücke unterschiedlicher Anbieter.
#Zertifikate und Echtheit
Seriöse Händler können Auskunft über Herkunft, Alter und Material eines Teppichs geben und stellen auf Wunsch ein Echtheitszertifikat aus. Achten Sie auf Angaben zur Knotendichte, zum verwendeten Material und zum Herstellungsort. Bei antiken Stücken kann ein Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen sinnvoll sein. Vorsicht bei Angeboten, die zu günstig erscheinen — minderwertige Kopien verwenden häufig billige Materialien und vereinfachte Muster.
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